Satzung des Schillervereins Bauerbach/ Thüringen e.V.

Präambel

Der Schillerverein Bauerbach im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen ist eine Vereinigung von Kultur- und Schillerfreunden und interessierten Bürgern, die das Andenken an Friedrich Schiller in seinem Asylort Bauerbach lebendig erhalten und darüber hinaus das Schillererbe, die Dorfgeschichte und die Heimatpflege innovativ, nachhaltig, sozial und weltoffen gestalten möchten. Ohne Kultur entsteht keine Bildung. Und ohne Bildung wachsen weder Kultur noch Kunst.

Wir wollen den kulturellen Reichtum Bauerbachs zum Ausgangspunkt neuer Impulse, Ideen und Entwicklungen machen. Kultur und kulturelle Bildung vermitteln Tradition, Kenntnisse und Werte, die die Gesellschaft erst lebenswert machen. Dadurch werden wichtige Grundlagen für das gesellschaftliche Leben geschaffen.

Historisches

Schillers Andenken wird seit mehr als 150 Jahren in Bauerbach gepflegt. Bereits zur Gedenkfeier anlässlich Schillers 100. Geburtstages am 10. November 1859 gab es Festreden und einen Festumzug. Der eigentliche Festakt aber fand am  10. November 1859 in der Residenzstadt statt, denn es war dem Meiningischen Herzogshaus Verpflichtung, den Dichter zu ehren. Im Anschluss an diesen offiziellen Akt begab man sich dann nach Bauerbach.

Zum 100. Todestag, am 07. Mai 1905, fand erneut eine Schiller-Ehrung statt. Die Schillerlinde wurde am Eulskopf gepflanzt und Landrat Freiherr von Türcke, der damalige Besitzer des Wolzogschen Gutshauses, erklärte, dass das Schillerhaus künftig allen offen stehen soll.

Bereits nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich in Bauerbach ein Schillerverein gegründet. Mitglieder waren vor allem wohlhabende Bürger aus Meiningen, Geschäftsleute und Künstler des Meininger Theaters. Jeden  2. Donnerstag kam man im Schillerzimmer des Gasthofes „Zum Braunen Roß“ zusammen. Meininger Bürger waren es auch, die Mitte des Jahres 1930 den Plan fassten, eine Schillerstiftung zu gründen, die sich um den Erhalt des Schiller-Asyls kümmern sollte.

Das Haus sollte durch Kauf übernommen werden. Schöpfer der Idee war der Meininger Kaufmann, Handelsgerichtsrat Emil Christ.

Der aus Haina stammende Christoph Heurich, der nach Amerika ausgewandert und es dort zu beträchtlichem Vermögen gebracht hatte, stellte die Ankaufsumme von 5.000 Reichsmark zur Verfügung. Das war zugleich die finanzielle Basis für die Gründung der Nationalstiftung „Schiller in Bauerbach“.

Sie wurde am 09. November 1930 ins Leben gerufen. Am 13. Mai 1931 wurde der Schillerverein Bauerbach dann in die Stiftung integriert. In dieser Zeit  begann man auch damit, die Pläne für eine Freilichtbühne auf dem Areal des ehemaligen Wolzogschen Fohlengartens in die Tat umzusetzen. 1932, anlässlich der Feierlichkeiten zur  150. Wiederkehr des Tages an dem Schiller in Bauerbach Asyl gefunden hatte, wurde auf der Naturbühne erstmals Theater gespielt und zwar „Wilhelm Tell“. 1959 wurde das Naturtheater gegründet. Es ist damals aus einer Laienspielgruppe hervorgegangen.

 

Bedeutung von Friedrich Schiller – als Weltkulturerbe

Friedrich Schiller ist – neben Goethe- der bekannteste deutsche Schriftsteller aller Zeiten. Seine Theaterstücke „Die Räuber“, „Wilhelm Tell“ und „Wallenstein“ haben ihn berühmt gemacht.

Friedrich Schiller war ein geistiger Weltbürger, dessen denken keine politischen Grenzen kannte.

Seine größte öffentliche Wirkung hat er durch seine Dramen und Gedichte erzielt. Sie sind bis heute in der Volkssprache und im Volksgedächtnis tief verwurzelt. In seinen Werken spielen die Erinnerung der Freiheit, ihrer Verteidigung und auch der verantwortungsvolle Umgang mit ihr eine zentrale Rolle. Deshalb gilt Friedrich Schiller in Deutschland und darüber hinaus nach wie vor als Dichter der Freiheit.

Viele Bauerbacher und interessierte Kulturfreunde sind der Denktradition von Friedrich Schiller seit Jahrzehnten eng verbunden.

Die überregionale Brauchtumspflege im Schillerort Bauerbach, soll die Botschaft von Schiller transparent vermitteln.

 

§ 1
Name und Sitz des Vereins

(1) Der Verein führt den Namen:

                                       Schillerverein Bauerbach /Thüringen e.V.

Er hat seinen Sitz in der Gemeinde Grabfeld - OT Bauerbach (Schillerort Bauerbach) und wird in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Meiningen eingetragen.

§ 2
Zweck des Vereins

(1) Mit der Gründung des Schillervereins Bauerbach verfolgen wir das Ziel, Schillers geistiges Erbe lebendig zu erhalten, die Schiller-Tradition im OT-Bauerbach zu bewahren sowie attraktiv und zukunftsfähig zu gestalten. Schillers Ideen und Werke sollen allseitig durch unterschiedliche Einrichtungen vermittelt werden. Außerdem wird sich der Verein für die Erhaltung der Erinnerungsstätten aus Schillers Leben und Wirken in Bauerbach einsetzen.

Zur Erreichung dieser Ziele arbeitet der Verein eng mit der Klassik Stiftung Weimar zusammen.

 

  • das Andenken an Friedrich Schiller im Schillerort Bauerbach lebendig zu halten und allseitig zu bewahren,
  • das Schillermuseum gemeinsam mit der Klassikstiftung stärker öffentlich einbeziehen und die Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit/Besucher besucherfreundlicher zu gestalten,
  • Dorfgeschichte, Heimatpflege (Bildung und Kultur aller Generationen) und Dorf-entwicklung zu fördern und stärker mit dem Naturtheater und mit den Schulen zu vernetzen,
  • Schillers Ankunfts- und Abreisetagtag, Geburtstag, Todestag und sonstige Gedenktage kulturell zu gestalten,
  • Kontakte zu anderen Schillerstätten und Vereinen zu knüpfen,
  • Schillers Freiheitsgedanke (Europagedanke) zu vermitteln
  • Kulturstätten (der ehemaligen Wolzogen Familie) in Bauerbach (Thüringen) und Mühlfeld (Bayern) zu vernetzen.

 

Geschichten um die Familie Schiller, den berühmten Sohn Friedrich und seine Spuren nach und in Bauerbach/Thüringen sollen für Besucher und Gäste zu einem unvergesslichen Erlebnis gestaltet werden.

 

(2) Der Verein verfolgt ausschließliche und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

(3) Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

(4) Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.

(5) Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

 

§ 3
Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr des Vereins ist das Kalenderjahr.

 

§ 4
Mitgliedschaft

(1) Jede natürliche und juristische Person, welche den Zweck des Vereins bejaht, kann den Antrag auf Aufnahme als Mitglied in den Verein stellen. Über die Aufnahme entscheidet der Vorstand.
(2) Der Austritt  aus  dem Verein ist zum Ende eines Kalenderjahres möglich. Der Austritt soll schriftlich unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten erklärt werden.

(3) Mitglieder, die sich um den Verein und seine Aufgaben besonders verdient gemacht haben, können durch Beschluss der Mitgliederversammlung mit einer Mehrheit von drei vierteln der erschienen Mitglieder zu Ehrenmitgliedern ernannt werden.

 

§ 5
Mitgliedsbeitrag

(1) Der Verein ist berechtigt, Mitgliedsbeiträge zu erheben, deren Höhe von der Mit- gliederversammlung festgelegt wird. 
(2) Ernannte Ehrenmitglieder (für besondere und langjährige Leistungen) sind von der Beitragszahlung befreit.

 

§ 6
Organe des Vereins

Die Organe des Vereins sind:


a) die Mitgliederversammlung,
b) der Vorstand.

 

§ 7
Mitgliederversammlung

(1) Die Mitgliederversammlung ist vom Vorsitzenden wenigstens einmal jährlich einzube- rufen. 

(2) Bei der Einladung ist eine Frist von zwei Wochen einzuhalten. Sie erfolgt durch öffent-liche Bekanntgabe und gesonderte Einladung.

(3) Die Mitgliederversammlung ist, soweit diese Satzung und das Gesetz nichts anderes bestimmt, mit einfacher Mehrheit der erschienenen Mitglieder beschlussfähig. Wahlen sind auf Antrag eines Mitglieds geheim mit Stimmzetteln vorzunehmen. Bei Stimmgleichheit gilt ein Antrag auf abgelehnt.

(4) Die Beschlüsse der Mitgliederversammlung sind in einer Niederschrift festzuhalten, die vom Vorsitzenden oder seinem Stellvertreter und dem Schriftführer zu unterzeichnen ist.

 

§ 8
Aufgaben der Mitgliederversammlung

(1) Der Mitgliederversammlung steht zu

a)     die Wahl der Vorstandsmitglieder auf die Dauer von sechs Jahren,

b)     die Festsetzung des Haushaltsplans und der Mitgliedsbeiträge,

c)     die Wahl von zwei Prüfern für die Kassen- und Rechnungsführung des
Vereins,

d)     die Beschlussfassung über den Jahresabschluss des Vereins,

e)     die Entlastung des Vorstands,

f)       die Ernennung von Ehrenmitgliedern,

g)     die Beratung und Entschließung über alle vom Vorstand oder einem Vereinsmitglied gestellten Anträge,

h)     die Beschlussfassung über Satzungsänderung und über die Auflösung des Vereins.

  

§ 9
Vorstand

(1) Der Vorstand des Vereins besteht aus folgenden Arbeitsgebieten:

 a) der/dem Vorsitzenden,

b) der/dem stellvertretenden Vorsitzenden,

c) der/dem Kassenwart,

d) der/dem Schriftführer,

e) der/dem Beisitzer für Öffentlichkeitsarbeit,

f)  der/dem Beisitzer für Kulturarbeit

g) der/dem Beisitzer für Kinder,- Senioren- u. Jugendarbeit

i)  den Mitgliedern des Ehrenvorstandes

 

(2) Vorstand im Sinne des § 26 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) sind der Vorsitzende und der Stellvertreter je einzeln. Im Innenverhältnis ist der Stellvertreter nur im Falle der Verhinderung des Vorsitzenden vertretungsberechtigt.

(3) Die Vorsitzende beruft vierteljährlich eine Vorstandssitzung ein.

(4) Die Mitglieder des Ehrenvorstandes nehmen an den Sitzungen mit beratender Stimme teil.

 

§ 10

Aufgaben des Vorstandes

(1) Der Vorstand insgesamt ist für alle Angelegenheiten zuständig, die sich aus der Satzung ergeben. Er hat die Aufgabe, den Zweck des Vereins durch eigene Initiativen kräftig zu fördern und bei der Pflege und Vermittlung der Schillergedenkstätten und Schillers Kulturerbe (Weltkulturerbe) mitzuwirken.

(2) Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn die Mehrheit seiner Mitglieder in einer Sitzung anwesend ist. Er entscheidet mit einfacher Mehrheit; bei Stimmengleichheit gilt ein Antrag als abgelehnt

(3) Die Beschlüsse des Vorstands sind in einer Niederschrift festzuhalten, die vom Vor-sitzenden oder seinem Stellvertreter und dem Schriftführer zu unterzeichnen ist.

(4) Der Vorstand kann allgemeine oder im Einzelfall sachkundige Personen zur Beratung zu- ziehen.

Für einzelne Aufgaben kann der Vorstand Ausschüsse bilden, deren Mitglieder dem Vor-stand nicht anzugehören brauchen.

(5) Die Mitglieder des Vorstandes erledigen ihre Aufgaben ehrenamtlich.

   

§ 11

Beschlussfassung über Satzungsänderungen und Auflösung des Vereins

(1) Satzungsänderungen und die Auflösung des Vereins können nur in einer ordnungsgemäß einberufenen Mitgliederversammlung mit einer Mehrheit der erschienenen Mitglieder beschlossen werden.

(2) Anträge zur Satzungsänderung und Auflösung des Vereins müssen mit der Einladung zur Mitgliederversammlung bekannt gegeben werden.

 

§ 12

Auflösung des Vereins

Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an die Gemeinde Grabfeld, die es unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke zu verwenden hat.

 

 

Satzungsänderungen:

01.02.2013 - § 12  - Formulierung (Schr. Finanzamt v. 30.01.2013)